lisa chandler  Malerei

China Traum

Der Name China-Traum reflektiert den Slogan ‚Chinese Traum‘, der mit Präsident Xi Jinping in Verbindung gebracht wird. In diesem Slogan macht er seine politische Ideologie als führender Staatsmann deutlich und beschreibt den Traum als nationale  Erneuerung, Verbesserung der Lebensqualität, Wohlstand, Errichtung einer besseren Gesellschaft und Stärkung der Armee.

Seit 1990 sind etwa 40 % des Stadtzentrums von Peking umgestaltet worden, und der Neubau geht mit rasanter Geschwindigkeit weiter voran. Die neuen nicht-orte der Globalisierung – die riesigen Warenhäuser und die alles überragenden, mit Glas verkleideten Wolkenkratzer – bieten zwar bekannte Plätze für eine willkommene Ruhepause, sind aber  stereotyp und anonym.

Im Gegensatz  dazu ist Peking immer noch von traditionellen Gassenvierteln (Hutongs), alten, engen Straßen durchzogen, in denen es von Menschen aus Stadt und Land, die unter 3.-Welt-Bedingungen leben, wimmelt. Diese Gegenden haben ihre spezifische, einzigartige Note und sind voller Charakter, erfüllt vom Leben auf der Straße und einer starken Gemeinschaft.

Die Werke in dieser Serie erforschen die Unterschiede und Spannungen zwischen Orten und nicht-orten, zwischen Aufregung und Ruhe, zwischen neu und alt. Die Objekte in den Bildern sind gemalt, dann wieder herausgenommen und übermalt worden. Die Geschichte der vielen Farbschichten spiegelt die Transformation der urbanen Orte wider.

2014 war ich für 2 Monate  in Peking als Artist in Residence (Gastkünstlerin) im Rahmen des Red Gate Residency Programme.

Jedes Gemälde hat etliche Mittelpunkte, welche übereinander liegen oder miteinander verschmelzen. Mit dieser Methode zeigt Chandler die Unterschiede zwischen den kleinen, überfüllten Hutongs und dem modernen Stil der Architektur der Wolkenkratzer und betrachtet handgemalte Schilder (in den üblichen chinesischen Schriftzeichen) in den Schaufenstern der Läden. Gestalten nehmen die verschwommenen Zonen zwischen Ort und nicht-ort ein: Geschäftsleute gehen zielstrebig an einem einfach gekleideten Mann, der über eine Waschwanne gebeugt ist, oder der zusammengesunken, den Kopf auf die Hände gestützt, erschöpft oder überwältigt, auf einer Bordsteinkante hockt, vorbei. Der Titel dieses Gemäldes kommt von einem chinesischen Sprichwort: Kein Mensch kann mehr tun, als er kann und befasst sich mit dem Druck, unter dem die einzelnen Menschen – und Nationen – stehen, ihre gegenwärtige gesellschaftliche Stellung  zu  verbessern

Anna-Marie White, Kuratorin, The Suter Art Gallery Te Aratoi o Whakatu, Nelson, New Zealand, September 2015

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