im transit

Die Serie erforscht die Erfahrung, im Transit – auf der Durchreise – zu sein. Der Nicht-Ort – ein Name, erfunden vom französischen Theoretiker Merc Auge –  ist ein allgemeiner, anonymer, wechselnder Raum. Die Globalisierung hat  zu  einer Zunahme dieser belebten Orte, einschließlich der Flughäfen, U-Bahnen und Busbahnhöfe  geführt.

Reisen ist die Erscheinungsform des Nicht-Ortes, und durch die Einfachheit und Schnelligkeit des Reisens verbringen immer mehr Menschen mehr Zeit im Transit als an festen Orten. Unser wachsendes  Vertrauen in mobile Technologien fügt diesen Räumen eine weitere Trennungsschicht hinzu.

Psychogeographie ist eine Methodik, die Geographie und menschlichen Gefühlsausdruck durch Gehen untersucht. Das Bummeln durch diese Nicht-Orte formt nicht nur den Prozess des Sammelns von Bildern, sondern sein anonymer Charakter schafft einen ruhigen, reflektierenden Raum, um darüber nachzudenken, wie ich meine Erfahrungen dann im Studio umsetzen kann.

Diese Gemälde zeigen die Spannungen zwischen dem Chaos der Menschenmassen und der Ruhe des Individuums im  vergänglichen Nicht-Ort. Die leeren, privaten Zwischenräume sind hervorgehoben, zusammen mit dem Unbekannten und der Freiheit und Anonymität, die die Stadt bietet.

Lisas Kunst basiert auf dem theoretischen Verständnis und dem Studium des Raums  und der Raumlosigkeit (Psychogeographie) und insbesondere  solchen Konzepten wie der Kunst der Verschiebung. Dieses solide Fundament gibt ihr die Möglichkeit, durch die Stadt  zu schlendern und eindringliche Arbeiten zu produzieren, die Spannung zwischen Leben in Menschenmassen und Alleinsein hervorheben – in ihren Werken hinterlassen die Menschen sowohl Spuren, bleiben aber auch spurlos, jenseits unseres Verständnisses offen für die vielfältigen Möglichkeiten der Anonymität. Dazu kommt noch, dass Lisa mit ihren gewählten Medien umgehen kann, die ihr vielfältige Möglichkeiten eröffnen. Ihre Arbeit hat eine experimentelle Qualität, während sie zugleich eine Lösung präsentiert

Judy Dalgleish, Kuratorin, New Zealand Juli 2012

Lisa Chandlers Werke waren meine Lieblingsgemälde, weil sie sowohl die Aufmerksamkeit auf die chaotische Atmosphäre der menschlichen Existenz lenkte, als auch Verständnis für die Gelassenheit des Raumes zeigte

Sin-Mae Chung of Mccaulay+Maestro, New Zealand, Januar 2012